Schloss Reinhardsbrunn

 

Reinhardsbrunn ist ein Stadtteil der Stadt Friedrichroda und liegt nördlich an den Ausläufern des Thüringer Waldes. Reinhardsbrunn wurde im Jahre 1085 durch den Grafen Ludwig der Springer gegründet. Das ehemalige Kloster Reinhardsbrunn gilt als „die Wiege Thüringens“ und wurde als Grablege und Hauskloster der Ludowinger genutzt. Die Heilige Elisabeth verweilte hier zeitweise und ließ im Jahre 1228 ihren Ehemann Ludwig IV. bestatten. Martin Luther machte hier auf seiner Reise nach Worms halt. 1525 wurde das Kloster während des Bauerkrieges komplett zerstört. Es verlor seinen Glanz und verfiel komplett, als die Ludowinger nach und nach ausstarben. Ab 1601 bis 1616 wurde angefangen, das Schloss wieder aufzubauen. 1826/27 wurde es als Jagd- und Lustschloss weiter ausgebaut durch Herzog Ernst I. von Coburg und Gotha. Die Kapelle steht östlich und ersetzt die im Jahre 1855 abgerissene Kirche. Die ehemalige Kirche wird als aufwändig gestalteter Bau beschrieben. „Jacob’s Traum“ stellte das Altargemälde dar, welches heute in der Augustinerkirche in Gotha zu finden ist. Im Dritten Reich wurde Schloss Reinhardsbrunn als Stützpunkt genutzt. Nach Kriegsende war ein Lazarett der Russischen Armee untergebracht. Ab 1961 wurde es von den „Reisebüros der DDR“ als Hotel eröffnet und gehörte hierzu bis zur Wende im Jahre 1989/90. Danach übernahm die Treuhand die gesamte Anlage, später war die Hotelgruppe „Travel Charme“ Eigentümer. Zur Zeit verfällt das Schloss zunehmend. Deshalb hat sich Ende des Jahres 2011 der „Förderverein Schloss und Park Reinhardsbrunn“ gegründet, der sich aktiv für die Interessen des Schlosses Reinhardsbrunn und seinen Park einsetzt.

 

Fotos: Martina Giese-Rothe